WILLI  ULRICH

Stahlwaren aus eigener Fertigung - Schützenartikel

Das Lippertsche Waidblatt

Selten und begehrt

Das Waidblatt nach Oberforstmeister Walter Frevert ist der
Klassiker unter den jagdlichen Blankwaffen. Das von Friedrich
Karl Lippert hingegen kennen die wenigsten, es hatte aber
echte Vorteile im praktischen Jagd-Einsatz.

Autor: Richard Schneider

Im Oktober 1936 legte der Kunstmaler und Jäger Friedrich Karl Lippert dem Patentamt Berlin ein ganz besonderes Waidblatt vor, welches dem sonst üblichen und verbreiteten Frevertschen Waidblatt bei Abfangen von Schwarzwild überlegen war und viel leichter die feste Sauschwarte durchdrang.
Mit der doppelten Krümmung des geschärften Klingenrückens im Ort (Klingenspitze) wollte Lippert gewährleisten, dass die Klinge nicht nur beim Eindringen in den Wildkörper, sondern auch beim Zurückziehen Blutgefäße durch- trennte und damit einen größeren Schweißverlust vewirkte. Weiterhin fiel beim Lippertschen Waidblatt die Parierstange auf, die künstlerisch in Form einer Wolfs-

 

angel gestaltet war. Das Klingen- blatt hatte eine Länge von 230 Millimetern, am Kopf war es 38 Millimeter und am Ort maximal 42 bis 44 Millimeter breit. Seine Rückenstärke betrug fünf Millime- ter, in seiner Mittellinie war es dagegen massive 6,5 Millimeter stark.

Begeisterter Anhänger:
Oberforstmeister Frieß

Das Lippertsche Blatt war bis fast auf die Hälfte seiner Klingenlänge zweischneidig, so dass die Klinge zum Abfangen von Wild bestens geeignet war. Oberforstmeister Rudolf Frieß hatte einst bei seinen Saujagden im Spessart ein solches Lippertsches Waidblatt im Einsatz und war davon begeistert. Frieß irrte jedoch, als er es für eine Nachbildung des althannover- schen Couteaus hielt.    

 

Willi ULRICH

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Topweb100 Letzte Änderung 15.11.2009
 

Bei letzterem handelte es sich lediglich um einen kurzen Hirschfänger mit gerader Klinge.

Aufwändige Handarbeit
auf Bestellung

Lipperts Konstruktion erreichte jedoch nie den Bekanntheitsgrad des Frevertschen Waidblatts. Die weinigen Einzelexemplare, die einst von der Firma Heinrich Scherping in Hannover nur auf Bestellung in ausschließlicher Handarbeit angefertigt wurden, sind heute kaum mehr auffindbar und gesuchte Sammelstücke.

Beide Bilder
oben: Replikat
unten: Originalmesser