WILLI  ULRICH

Stahlwaren aus eigener Fertigung - Schützenartikel

Patentanmeldung:
Friedrich-Karl Lippert, Hannover, den 21 Oktober 1936, Marienstr. 8

An das Patentamt Gebrauchsmusterstelle, Berlin
Hiermit melde ich zur Eintragung in die Gebrauchsmusterrolle an:
1. Ein Weidmesser-Besteck, von dem 2 Zeichnungen und 1 Lichtbild
    beigefügt werden.
Das Weidmesser-Besteck dient zum Abfangen, Aufbrechen und Zer-
wirken von Wild.
Es besteht aus einer Scheide, einem Messer und einem Stahl.

Es soll geschützt werden:

A  Die Kombination eines Messers, mit einem Abziehstahl in fester
    Verbundenheit an, bezw. in einer Lederscheide.
B  Die Kombination eines Messers mit einem Abziehnickstahl ver-
    bunden in, bezw. an einer Scheide.
C  Die Form des Messers. Die Eigenart der Form bewirkt, dass das
    Messer nicht quetschend schneidet, sondern stets ziehend, und
    zwar sowohl bei schiebender, wie ziehender und selbst bei drück-
    endem schneidet.
D  Die scharfe Spitze des Abziehstahles, um gleichzeitig Nickstahl
    zu sein.
E  Das Signum:  F X L als Markenzeichen für Messer und Stähle.

2. Ein Weidblattbesteck, von dem ebenfalls 2 Zeichnungen und 1 Licht-
    bild beigefügt sind.
Das Weidblattbesteck dient als Hirschfänger, zum Abfangen von be-
schossenem Wild und zum Aufschlagen des Schlosses (Beckens),
wie überhaupt zur Hilfe beim Zerwirken.
Das Weidblatt dient weiterhin als Stundhauer, d. h. zum Schlagen von
Pürschwegen, Jagenschirmen usw.
Das Weidmesser deient zum Ausweiden dws Wildes.
Der Nickstahl dient zum Abziehen, also zum Scharfhalten der großen
und kleinen Klinge und weiterhin zum Abnicken (zum Töten durch
einen Stich ins Genick) des Wildgeflügels und des kleinen Haarwildes.

Es soll insbesonders geschützt werden:

A  Die Kombination der oben beschriebenen drei Teile von Weidblatt
    (Hirschfänger, Standhauer) mit einem Weidmesser und dem Abzieh-
    Nickstahl, als zu einem Weidbesteck verbundene Einheit, Zu-
    sammenhalten in und an einer Scheide.
B  Die Form der Klinge. Ihre Eigenart besteht darin, da? sie sich im
    unteren Drittelvon der Klingenmitte aus gesehen nach beiden Seiten
    hier blattförmig verbreitet und daß sie hier zweischneidig ist. Durch
    diese Verbreiterung wird bewirkt, daß die Zerstörung im Brustraum
    des Wildes, das damit abgefangen wird, wirklich ausreichen um den
    Blutkreislauf zu unterbrechen und den Tod sofort herbeizuführen.
    Durch Verbreiterung der Klingenspitze bei gleichzeitiger Zwei-
    schneidigkeit wird erreicht, daß die Waffe nicht nur sticht, wie die
    Hirschfänger tun, sondern wirklich schneidet. Es wird aber weiter-
    hin bewirkt, daß die Schneiden der Klinge auch beim Zurückziehen
    der Klinge abermals schneiden. Diese Klinge hat also durch diese
    Form eine beiderseitige doppelte Schneidwirkung. Die Verbreiterung
    bewirkt außerdem, daß die Waffe in Ihrer Eigenschaft als Stand-
    hauer dadurch ein gutes Vordergewicht bekommt.
C  Die künstlerische Gestaltung des Griffes, insbesonders die “Wolfs-
    angelform” der Papierstange und die “Wappenkappe” am Kopf des
    Griffes.
D  Die künstlerische Form und Proportion des Weidmessers.
E  Der Abziehstahl in seiner Formgestaltung und seiner Eigenart spitz
    zu sein, um gleichzeitig als Nickinstrument dienen zu können.
F  Das Signum    F K L
    als Markenbezeichnung für Messer und Abzieh-Nickstähle.

Anlagen